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„Communication is the key“ #Flüchtlingshilfe

In den letzten Wochen haben sich die Ereignisse überschlagen. Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab und das Engagement der freiwilligen Helfer in ganz Deutschland ist ungebrochen. Mit Blick auf die Kleiderkammer in Hamburg, juckte es mir auch förmlich in den Fingern, ein Teil dieser wunderbaren Bewegung zu werden und einfach mit anzupacken. Nun saß ich da, wie Ihr wisst nicht in Hamburg, wenn auch im Herzen tief verbunden, sondern in Aachen. Ich fragte mich also:

Wie kann ich hier in Aachen helfen?

Wenn Ihr versucht zu googeln „Flüchtlingshilfe Aachen“ könnte es sein, dass die Ergebnisse nicht wirklich zufriedenstellend sind. Ich wurde fündig über Die Aachener Zeitung. In diesem Fall war auf die Regionalzeitung Verlass, denn hier fand ich in einem Artikel den Flyer der Stadt Aachen – schöne Übersicht für die Sachspendenabgabe, Initiativen und auch die, wie ich finde, wichtigen Portale Jutes Tun und Unser AC.

Meine Erfahrungen aus den Kontaktversuchen und Hilfeangeboten bei der Charitas, dem DRK oder der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen fasse ich mal so zusammen: Die Mitarbeiter haben viel zu tun und sind am Rande ihrer Kapazität, um die Erstversorgung der Flüchtlinge zu gewährleisten. Den Strom an freiwilligen Helfern sind sie nicht gewohnt. Man freut sich, aber in den Gesprächen schwingen auch immer wieder schlechte Erfahrungen mit dem Einsatz von Ehrenamtlern mit. Man notiert sich Telefonnummern oder lässt sich E-Mails schicken, aber Reaktionen bleiben aus. Statt freiwillige Helfer zu nutzen, startet man wie gewohnt lieber die Suche nach Ehrenamtlern, die für 10 € pro Stunde in der Kleiderkammer helfen.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich bei King Kalli gelesen habe, dass die Stadt Aachen eine zentrale Stelle einrichtet, um die Sachspenden und ehrenamtliche Zeit noch besser so koordinieren. Melden könnt Ihr Euch hier Hotline: 0241 432-7890 / helfen@mail-aachen.de. Gestern dann ein Update hierzu auf Facebook, Danke lieber Marc Heckert für’s Teilen, jetzt gibt es auch ein offizielles Formular der Stadt, in dass Ihr Euch eintragen könnt.

Was mich betrifft, ich bin bei meiner Recherche auf unserAC.de auf eine Initiative Flüchtlingshilfe „Neue Nachbarn“ Aachen West/Vaalser Quartier gestoßen. Was mich überzeugt hat? Folgender Satz „In unseren ersten Kontakten haben wir gemerkt, dass die Basis für alle unsere Ideen die Sprache ist.“ Sprachvermittlung ist der entscheidende Schlüssel für Kommunikation.

Communication is the key

Bei der Bewältigung dieses gesellschaftlichen Aufgabe wird Kommunikation die entscheidende Rolle spielen. Und hier können wir alle etwas tun, auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Ich habe im folgenden Dinge, die mich in den letzten zwei Wochen beschäftigt haben, zusammengefasst:

  1. Tut Gutes und sprecht darüber

    Mein Eindruck ist, dass die, die sich engagieren, noch mehr darüber sprechen sollten. Ich spreche über das Thema „Flüchtlingshilfe“, wann immer es sich anbietet, beim Kita-Elternabend, auf dem Spielplatz, mit Geschäftspartnern am Telefon. Ich gebe meinen Gesprächspartnern damit einen persönlichen Anstoß, den es häufig braucht, um aktiv zu werden. Die Reaktionen sind durchweg positiv, interessiert und unterstützend.

  2. Seid Scharnier, dort wo kommunikative Lücken entstehen

    Ich verschicke den Flyer der Stadt fast täglich per Mail oder What’s App an Bekannte und Freunde in der Region, denn es gibt so viele, die helfen wollen und nicht wissen wie. Viele von ihnen sind nicht auf Twitter oder Facebook unterwegs. Sie lesen auch keine Lokalzeitung. Etliche Information gehen an ihnen komplett vorbei und wenn Google sie dann noch im Stich lässt… Also lasst uns auch hier die kommunikative Lücke schließen durch unser persönliches Engagement.

  3. Verfallt nicht in Aktionismus, aber bestraft diesen auch nicht

    Mir fällt auf, dass die Menschen, die helfen wollen, mitunter aus lauter Eigeninitiative in Aktionismus verfallen (Disclaimer: Ist mir auch passiert!). Mir fällt aber auch auf, dass die Reaktionen (von Organisationen oder im Netz) hierauf teilweise unangemessen bis kontraproduktiv sind. Für beide Seiten gilt in meinen Augen – „In der Ruhe liegt die Kraft“. Es kommt ganz wesentlich darauf an, wie wir hier miteinander kommunizieren. Denn sonst bleibt bei dem einen Gefühl von „Ich wollte doch nur helfen!“, „Man will meine Hilfe nicht“, „Ich kann nix tun“ und bei dem anderen „Die haben doch alle keine Ahnung!“, „Was machen die da?“, „Das können wir gerade überhaupt nicht gebrauchen!“. Dinge, die man mit ein bisschen Empathie und Fingerspitzengefühl für beide Seiten vermeiden kann, um die Energie dort hin zu lenken, wo sie gebraucht wird.

  4. Die „Sachspende“ – Der Beginn einer Kontaktstrecke

    Auf das Thema „Sachspende“, möchte ich einmal eine andere Perspektive werfen. Für die Menschen kann diese der einfachste Weg sein, ihre Unterstützung anzubieten. Ja, das bloße Ausräumen der eignen Kellerräume hat nichts mit persönlichem Engagement zu tun. Nichts desto trotz sollten wir eins nicht vergessen, gerade wenn wir über die viel entscheidendere Aufgabe, nämlich die Integration der Flüchtlinge nachdenken: Die Menschen haben Berührungsängste. Die Sachspende ist vielleicht der erste Schritt, diese zu überwinden. Die Mithilfe in einer Kleiderkammer beim Aussortieren, Zusammenstellen von Starter-Packages kann ein zweiter Schritt sein. Ein Engagement bei der Sprachvermittlung und damit der Beginn von persönlichen Begegnungen der nächste Schritt. Ich denke, wir sollten den Menschen die Chance geben, sich langsam mit dem Thema auseinander zu setzen, erste Erfahrungen zu machen, um sie dann weiter zu begeistern ggf. auch mehr Verantwortung zu übernehmen.

  5. Viele kleine Initiativen werden stark, wenn Ihr Euch hier engagiert

    Muss es tatsächlich die neue eigene Initiative sein, oder könnt Ihr Euch in einer bestehenden Initiative engagieren. Es gibt bereits so viele Projekte mit sinnvollen und -stiftenden Ansätzen, die nur darauf warten, dass sich mehr Menschen einbringen. Schaut einfach mal nach auf unserac.de oder Jutestun.

Alles in allem hat man in den letzten Wochen ganz wunderbar gesehen, welche positiven Effekte diese Flüchtlingstragödie auf die Gemeinschaft haben kann. Und es zeigt, dass nicht nur der Fußball vereint, sondern eben auch solche menschlichen Schicksale bzw. politischen Ereignisse. Ich finde das ein schönes Zeichen für Deutschland, es zeigt nämlich, dass wir bei allem technologischen Fortschritt trotzdem noch Menschen sind, die von solchen Ereignissen emotional berührt und aktiviert werden.

Auch mit diesem Beitrag unterstützen wir die Initiative #bloggerfuerfluechtlinge. Eure Spende zählt. Dafür bitte hier entlang.

Bild: © Kommunikationslotsen

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