A shot of an interracial couple having a relationship conflict
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Fremdgehen im Business: No-Go oder Chance?

Ganz oft werden wir gefragt: Ihr seid selbstständig – toll. Und wie ist das so? Dann antworte ich immer: Ich führe eigentlich zwei Ehen – eine mit meinem Mann und eine mit Kati, meiner Geschäftspartnerin und, wie der Zufall es will, meiner Freundin. Wie ich zu dieser Aussage komme? Na, ganz objektiv betrachtet, haben wir erst einmal einen notariell beurkundeten Vertrag. Aber wir haben uns auch bewusst für ein gemeinsames Business entschieden. Das hatte fachlich, erfolgsversprechende Gründe, aber ein großer Teil, war und ist emotional begründet. Wir wollen einfach gern zusammenarbeiten. Und an vielen Tagen spreche ich mit Kati mehr als mit meinem eignen Ehemann 😉

Durch Zufall stolperte ich neulich bei einer Recherche für ein Interview über einen interessanten Artikel im Daily Bread Magazine mit dem Thema „Untreue als Chance für eine Beziehung“ aus der Blogfabrik in Berlin. Der Artikel von imGegenteil beschäftigt sich mit dem heiklen Thema, warum wir in unserer heutigen Gesellschaft unsere geliebten Partner betrügen und ob dieser ultimative Vertrauensmissbrauch das Aus für eine Beziehung bedeutet. Der Artikel ist sehr empfehlenswert, denn er zeigt die berühmte andere Seite der Medaille.

Gelten für Business-Partnerschaften die gleichen moralischen Grundsätze wie in einer Ehe?

Beim Lesen des Artikels habe ich mich dann gefragt, gelten für Business-Partnerschaften eigentlich die gleichen moralischen Grundsätze wie z.B. Monogamie und Vertrauen?

Folgendes war zuvor geschehen: In meinem Sommerurlaub hatte ich auf unserem Server einen neuen Ordner entdeckt. Neugierig habe ich mich mal umgeschaut und ein Konzept für ein neues Projekt gesehen. Hmm, dachte ich bei mir. Was da wohl los ist. Als ich aus dem Urlaub zurück kam, erzählte mir Kati, dass Sie sich mit einem Freund getroffen habe. Die beiden haben einfach mal neue Geschäftsideen gesponnen und das besagte Projekt sei schon in der Umsetzung. Ufff, war mein erster Gedanke. Ist das jetzt der Anfang vom Ende? In den letzten Jahren haben Kati und ich viele Geschäftspartnerschaften kommen und gehen sehen. Und wir waren immer der Meinung, dass das passierte, weil jeder der beiden Partner sich zu sehr auf seine eigenen Dinge konzentriert hat und dabei die „gemeinsame Idee“ verloren ging. Ich ging also erstmal mit einem mulmigen Gefühl nach Hause. (Eine Freundin sagte später „Fühlt sich ein bisschen an wie fremdgehen!“ Und damit hatte sie exakt beschrieben, wie es in mir aussah.)

Zwei Tage später saßen wir im Hamburger Büro wieder zusammen. Anfang des Jahres hatten wir beschlossen, dass wir unserem eignen Geschäftsmodell einen Relaunch verpassen wollen. Als wir also über das neue Projekt sprachen, stellte ich fest, dass Kati das Thema viel Spass zu machen schien und später brachte sie es auf den Punkt, durch den Austausch mit dem Freund, ergab sich die Chance, sich mal ganz von den bisherigen Modellen zu lösen und in neue Richtungen zu denken. Das klang nach Befreiungsschlag. Da können Ansätze herauskommen, auf die wir so zu zweit nicht gekommen wären. Neue Chancen und Perspektiven? Will ich – wollen wir!

Vertrauen – ja, Monogamie – nein

Die Antwort auf unsere Eingangsfrage lautet daher – Vertrauen ja, aber Monogamie nein! Vertrauen ist und bleibt das höchste Gut einer Beziehung, egal ob im Business oder Privat. Denn Beziehung ist etwas Zwischenmenschliches und hat im höchsten Maße etwas mit mir als Person, mit meinen Gefühlen, Ansichten und Vorstellungen zu tun. Wird das Vertrauen verletzt, trifft es uns also immer persönlich. Unsere besten Business-Partnerschaften, ob nun im eignen Unternehmen oder beispielsweise mit unseren Kunden, gründen auf Vertrauen, Wertschätzung und Respekt. Deshalb muss man aber im Business noch lange nicht monogam leben. Wir haben ja glücklicherweise auch mehr als nur einen Kunden. 😉

Im Business also häufiger mal fremdgehen?

Ja, wenn das bedeutet:

  • das eigene Netzwerk intensiver zu nutzen,
  • sich neue Kompetenzen anzueignen,
  • sich gegenseitig neu zu inspirieren,
  • ein bisschen mehr Eigenständigkeit wiederzuerlangen,
  • auf einmal wieder vor Kreativität zu sprühen,
  • die Freiheiten der Selbstständigkeit zu erfahren und zu genießen,
  • dass sich neue berufliche Perspektiven eröffnen.
  • Viele dieser Motive, führen lt. Esther Perel (zitierte Paartherapeutin im obigen Artikel), auch häufig zu Seitensprüngen in monogamen Beziehungen. (Empfehlenswert Perels TED-Talk). Bringen wir’s also auf den Punkt: Wenn wir das alles in unserem Business nicht ausleben können, wo dann?

    P.S. Der nächste Termin für meinen Seitensprung steht schon und ich freu mich drauf 😉 Und wann geht Ihr das nächste Mal fremd?

    Quelle Foto: http://photodune.net/

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