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Mehr Ehrlichkeit im Business – Ein Appell

Heute wollen wir mal über das generelle Thema „Ehrlichkeit im Business“ sprechen. Einer der zentralen Gründe für Projektstaus im Unternehmen oder in unseren eignen Projekten ist u.E. Unehrlichkeit oder Unaufrichtigkeit. Wir würden an vielen Stellen deutlich schneller und zielführender vorankommen, wenn wir die Dinge, an denen es hakt auch so benennen und nach den richtigen Lösungen suchten.

Klassische Floskeln und ihre Wirkung

Kommen Euch diese Sätze irgendwie bekannt vor? Wenn ja, dann wisst Ihr ja worüber wir hier sprechen.

  • „Wir müssen uns noch überlegen, wie wir das XY verkaufen!“
  • „Heikel, dass können wir so nicht in die Geschäftsführung kommunizieren!“
  • „Das hat er zwar so gesagt, aber gemeint war…..“
  • „Ja, ich weiß, aber die Baustelle kann ich mir gerade nicht aufmachen!“
  • „Sie können das als Externer ja vielleicht sagen, aber ich nicht.“
  • „Wir geben ihm jetzt diese Aufgabe. Schafft er eh nicht und dann ist er raus!“
  • „Der wurde weggelobt!“
  • „Ja, das klingt interessant, melden Sie sich doch bitte nächste Woche nochmal, und nochmal und nochmal!“
  • „Da beauftragen wir jemanden von extern, dann geht’s auf jeden Fall durch!“

Wir sind so damit beschäftigt, aufzuschieben, Workarounds und schlechte Lösungen für ernsthafte Probleme zu entwickeln, dass dabei unendlich viel Zeit, Geld und Ressource verschwendet wird. Ganze Branchen leben z.T. davon, dass in Unternehmen nicht offen und ehrlich kommuniziert wird.

Das ist Euch zu abstrakt? Na, dann hier mal ein paar Beispiele:

1.Wir stellen fest, dass ein Mitarbeiter auch nach wiederholten Hilfestellungen nicht die gewünschte Performance auf die Straße bringt. Dann ist es doch für allen Seiten fair, diese Dinge offen anzusprechen und nach einer finalen, zufriedenstellenden Lösung zu suchen. Ja, das ist häufig unbequemer. In dem Moment, in dem es um hohe, direkte Kosten wie z.B. Abfindung gehen könnte, setzen wir Scheuklappen auf. Kaum einer überlegt sich, dass die indirekten Kosten für eine dauerhafte Fehlbesetzung im Unternehmen an den entscheidenden Stellen deutlich höher sind. Und darüber hinaus, Mitarbeiter, die permanent z.B. an Überforderung leiden, werden auch nicht glücklicher, wenn man sie in andere Abteilung versetzt, ihnen Aufgaben wegnimmt oder ihren Verantwortungsspielraum einschränkt. Haben wir nicht auch hier eine Verantwortung dem Mitarbeiter gegenüber? Ihn mittels Feedback und gemeinsamen Gesprächen auf einen für ihn passenderen Weg zu führen, der ihn persönlich weiterbringt?

2.Wir stellen fest, dass wir für eine externe Anfrage zu einer Kooperation auf Grund der derzeitigen Projektdichte keine Zeit haben oder das Thema gerade keine Relevanz hat. Wäre es dann nicht ehrlicher, dem Anrufer spätestens beim 2. Mal genau das zu sagen? Das spart beiden Seiten Zeit und Nerven.

3.Wenn Mitarbeiter im Unternehmen tagelang damit beschäftigt sind, Präsentationen mit Argumentationsstrategien für die Geschäftsführung gesondert aufzubereiten, weil Fehler nicht offen angesprochen werden können, sagt das dann nicht enorm viel über das Unternehmen, die Mitarbeiter oder die Geschäftsführung aus?

Natürlich macht hier wie immer der Ton die Musik. Uns ist aber ein freundliches und bestimmtes „Nein“ lieber, als ein über Wochen manchmal sogar Jahre hingezogenes „Vielleicht“. Das kennt Ihr ja schon von uns u.a. aus unserem Beitrag „Ghosting – Nachricht vom Kunden„.

Und wo wünscht Ihr Euch mehr Ehrlichkeit im Business?

Bild: © unsplash.com

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