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#projektBerlin: Status Quo April

Ja, es war schon wieder ein bisschen ruhig hier auf unserem Blog. In typischer Projektbeschleunigerinnen-Manier habe ich mich die letzten Wochen dem #projectBerlin gewidmet. Wenn man in 8 Wochen ein Buch wie Fadi kocht syrisch schafft, dann sollte man doch auch in 8 Wochen nach Berlin umziehen können, oder? Habe ich so bei mir gedacht und getreu unserem Motto #Einfachmachen losgelegt. Etliche Stunden in Immobilienportalen, viele Gespräche mit (Berliner) Freunden, Maklern und der eigenen Familie und 3 Berlin-Besuche später, stelle ich fest, sooooo einfach ist das nicht.

Die Tücken der Großstadt Berlin oder das wird sportlich #projectBerlin

Ja, einige von Euch werden jetzt schmunzeln. Berlin ist groß – das ist also eigentlich keine neue Erkenntnis. Aber wie groß, dass weißt Du erst, wenn Du entscheiden musst, wohin Du mit Deiner Familie ziehen willst. Die besondere Herausforderung liegt bei uns darin, dass Du gerade aus einer Kleinstadt kommst, in der eigentlich alles in 20 Minuten erreichbar ist. Du kannst also 800m vor der holländischen Grenze wohnen und trotzdem in 10 Minuten am Aachener Dom sein – purer Luxus sowas. In Berlin sind 20 Minuten Fahrtweg lächerlich. Nicht, dass es nicht möglich ist, aber es ist dann schon eine ganz bewusste Entscheidung, wenn man vorher die Kühe quasi vor der Haustür hatte, sich für viel Beton drumherum zu entscheiden. Wenn man sich dafür entscheidet, dann auch mit der Konsequenz, dass einen die Mieten dafür fast aus den Socken hauen. Ja, man kann natürlich auch Glück haben, aber das lässt sich nicht beschleunigen, sondern ist dann halt Zufall.

Wir finden uns also damit ab, dass wir mindestens 35-45 Minuten von einem zukünftigen Wohnort in der Stadt brauchen könnten. Den Berliner Westen haben wir durchgecheckt, sogar bis nach Potsdam. Ist schön, aber auch teilweise wirklich unverhältnismäßig teuer. Das Angebot rar. In Potsdam wurden wir sogar fündig – schönes Townhaus mitten in der Stadt. Aber erstmal muss man sich bewerben. Als Marketing-Fachfrau kein Problem. Ich habe also alle Unterlagen professionell zusammengestellt und unseren netten Infoflyer angehängt. Kann ja eigentlich nichts schief gehen, standen wir doch bei allen anderen Vermieter bisher immer an erster Stelle. Da wollten wir allerdings nicht. Aber eben dieser Vermieter will uns nicht. Ist das zu glauben? 😉 Nun gut, es hat also nicht sollen sein, wird schon für etwas gut gewesen sein. Unsere Freunde, Urberliner aus dem Prenzelberg, fanden die Idee sowieso bescheuert – viel zu weit weg.

Eine Maklerin aus dem Bekanntenkreis sagte zu unseren Erwartungshaltung bzw. Wunschvorstellung „Das ist schon sportlich“. Ergo entweder wir zahlen mehr oder wir müssen länger warten. Aber unseren Suchauftrag übernehmen, das will sie nicht. Ich kann das nachvollziehen. Viel zu viel Arbeit und am Ende, so sagt sie es auch, ist es dann ein Zufallsprodukt. Als Unternehmerin hätte ich mich auch so entschieden, aber als potenzieller Auftraggeber stehst Du auf dem Schlauch.

Der Spiegel letzte Woche titulierte: “ Schlimmer Wohnen – Riesiger Bedarf, miserables Angebot: Der Kampf um ein bezahlbares Zuhause.“ So sieht es also aus auf dem derzeitigen Immobilienmarkt und damit willkommen in unserem Leben. Also müssen wir an unsere Suchstrategie nochmal ran. Vielleicht lieber etwas länger warten oder gleich etwas Eigenes kaufen? Könnte eine Option sein, die auch aus einem anderen Grund sinnvoll erscheint.

Umziehen mit Kind

Anfangs dachte ich noch #projectBerlin, das machen wir alle 3 zusammen von Anfang an. Das wird richtig gut. In meiner Vorstellung hätte es auch eine Airbnb-Wohnung in der Innenstadt sein können. Möbel eingelagert und auf geht’s. Immerhin fiebern wir schon seit 1,5 Jahren auf diesen Umzug hin. Ich hatte mich schon lange darauf gefreut, die Stadt mit all ihren Möglichkeiten zu entdecken und zu nutzen. Die miniperle hat das ganze Thema auch anfangs extrem gut aufgenommen. Lustige Fragen gestellt und wäre gern schon morgen umgezogen. Doch je länger es jetzt dauert, desto unsicherer wird sie. Und die Eltern unter Euch wissen, was dann passiert. Richtig, der Ort an dem sich das Kind eigentlich am sichersten fühlen sollte – das Zuhause-, gerät auf einmal ins Schwanken. Und was tun Kinder dann? Sie rebellieren, um dir zu zeigen, dass es ihnen in dieser Situation nicht gut geht. Angefangen von schlechtem Schlaf, bis hin zu permanenten Wut- und Trotzausbrüchen. Das Leben Zuhause wird für alle anstrengend. Der ständige Schlafmangel führt nicht unbedingt zu mehr Geduld – ein elendiger Kreislauf.

Für uns heißt das jetzt erstmal: STOPP und Inne halten. Ohne ein Zuhause mit Wohlfühl-Atmosphäre und ohne Kitaplatz, keine festen Strukturen und ohne feste Strukturen KEIN Umzug. Der mediaperlen-Mann geht also Anfang Mai erstmal allein nach Berlin, den Suchauftrag für ein neues Zuhause hat er im Gepäck.

Berliner Luft schnuppern

So sieht es also aus, liebe Freunde, Bekannte und Geschäfspartner. Aber ein bisschen Berliner Luft wird zwischendurch geschnuppert. Am 28.04.2016 geht es zum Wirkungsdialog – Hand in Hand engagiert für Flüchtlinge der Phineo gAG und vom 02.-04.05.2016 auf die re:publica. Unter anderem hält hier das Fadi kocht syrisch Team einen kleinen Vortrag über unser Herzensprojekt. Und wer weiß, vielleicht gibt es da irgendwo noch DEN heißen Tipp und wir sind schon ganz bald alle zusammen in Berlin.

Wieso überhaupt Berlin? Das lest Ihr hier.

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